Meine Selbstständigkeit – ein Weg voller Möglichkeiten, die Freiheit, die eigenen Entscheidungen zu treffen, die Arbeitszeit flexibel zu gestalten und unabhängig von Vorgesetzten zu sein.

Doch während ich die Freiheit meiner sogenannten Selbstbestimmung genieße, habe ich gelernt, dass selbst die sonnigsten Seiten der Selbstständigkeit ihre Herausforderungen mit sich bringen können. Die Kunst besteht darin, die Balance zwischen meiner Liebe zur Unabhängigkeit, der Notwendigkeit, kreativ zu wachsen und der unverzichtbaren Selbstfürsorge – insbesondere in Zeiten der Krankheit – zu finden.

 

Selbstständigkeit: die Liebe zur Unabhängigkeit und ein Blick hinter die Kulissen

Vor ein paar Wochen habe ich einen Liebesbrief an mein Business geschrieben.  Nach wie vor liebe ich mein Business, bestätige die Punkte in der Liebeserklärung uneingeschränkt. Als ich vor mehr als 15 Jahren auswanderungsbedingt selbstständig wurde, war dies auch der Umbruch in eine neue, aufregende Art des Arbeitslebens.

Doch trotz allem strahlenden Glanz, den die Vorstellung von Selbstständigkeit vor allem für Außenstehende auf mein Leben wirft, lohnt sich einmal ein genauerer Blick auf die Realität. Meine Fotofreunde können es bestätigen: Wo Licht ist, ist auch immer Schatten. Auch die Selbstständigkeit birgt nicht immer nur Glanz und Strahlen.

 

Mobilität und Flexibilität: Pluspunkte der Selbstständigkeit

Die reizvollsten Aspekte der Selbstständigkeit sind zweifelsohne Mobilität und Flexibilität. Die beiden Punkte hatte ich damals in meinem Artikel auch hervorgehoben. Die Freiheit, von überall aus zu arbeiten, sei es in meinem Homeoffice – nun ja sogar mit Stehpult -, „zur Not“ einmal in einem Café, im Urlaub oder wie demnächst von Deutschland aus, ist für mich ein unschätzbarer Vorteil.

Auch die Möglichkeit, die eigenen Arbeitszeiten nach meinen persönlichen Präferenzen und meinem eigenen Tempo anzupassen, gewährleistet mir eine gewisse Balance und fördert die individuelle Produktivität. Zumindest fühlt es sich für mich so an.
Die Möglichkeit, meine Zeit nach meinen Vorstellungen zu gestalten, erlaubt es mir beispielsweise, die frühen Morgenstunden zur Inspiration zu nutzen und die Dinge zu erledigen, die besondere Konzentration erfordern.

Keine lästigen Pendelzeiten und keine starren Strukturen und Hierarchien – das klingt grundsätzlich nach einem idealen Arbeitsumfeld.

Nicht zu vergessen die Vielfalt an Aufgaben: Wir Selbstständige tragen ja mehrere Hüte, da wir für alle Aspekte unserer Unternehmen zuständig sind.

 

Selbstfürsorge wird zum obersten Gebot

Während meiner Selbstständigkeit wird mir eine wichtige Lektion zunehmend klarer: Selbstfürsorge ist keine Option, sondern eine Notwendigkeit. Ein herausfordernder Aspekt der Selbstständigkeit ist der Umgang mit Krankheit. Anders als für Angestellte gibt es für mich keine bezahlten Krankheitstage. Kranksein bedeutet nicht nur physische und mentale Belastung, sondern bringt auch finanziellen Druck mit sich.

Ich lerne also, dass meine Gesundheit und mein Wohlbefinden von unschätzbarem Wert sind, und dass ich mit meinem Unternehmen nur dann erfolgreich sein kann, wenn ich mich selbst gut umsorge. In Zeiten der Krankheit ist es wichtig, auf meinen Körper und meine Bedürfnisse zu hören, Pausen einzulegen und mich zu erholen. Die Freiheit, die ich liebe, bedeutet auch, die Freiheit zu haben, für mich selbst zu sorgen und meine Gesundheit an oberste Stelle zu setzen.

 

Ohne Gesundheit ist keine Arbeit möglich, und ohne Arbeit fließt kein Geld.

 

Dass ich jedoch als Selbstständige auch dann arbeite, wenn ich mich nicht in der Lage fühle oder dringend eine Ruhepause benötige, ist begründet in meiner Situation. Ich kenne einen Ausweg, kann ihn nicht gehen und dies engt mich zunehmend ein. Aber ganz langsam, wie der Schneck im Titelbild, taste ich mich ans Licht.

 

Die Freiheit und ihre Kehrseite

 

Meine Selbstständigkeit bietet Freiheit, aber sie birgt auch unabhängig von Krankheit die Gefahr der finanziellen Unsicherheit. Ein stabiles monatliches Einkommen ist nicht immer garantiert, da es Phasen gibt, in denen Aufträge und Projekte knapp sind.

Der Drang, ständig voranzukommen und zu wachsen, führt dazu, dass ich mich manchmal von der Fülle der Möglichkeiten und selbstgesetzten Ansprüche überwältigt fühle.

 

 

Hohe Verantwortung

Als Selbstständige trage ich die volle Verantwortung für den Erfolg meines Unternehmens. Dies umfasst nicht nur die Arbeit selbst, sondern auch Aspekte wie Buchhaltung, Marketing und Kundenakquise. Und ich habe auch die Verantwortung für die Trennung von Privatleben und Arbeitsleben, soweit überhaupt möglich. Hier gesunde Abgrenzungen zu schaffen, ist so wichtig, um auftanken zu können, damit ich mich nicht im Strudel eines hektischen Zeitplans verliere.

 

 

Druck als Kreativitätsbremse oder -motor?

 

„Sei doch mal kreativ!“ – Ich weiß nicht, wie oft ich diesen Spruch gehört habe.
Während die Freiheit, eigene Entscheidungen zu treffen und kreativ zu arbeiten, zu den Vorzügen meiner Selbstständigkeit zählt, hemmt zu viel Druck meine Kreativität auch gerne immer wieder einmal. Meine Sichtbarkeit zu erhöhen, Kunden zu gewinnen und Umsätze zu generieren, lässt mich oft in einen Zustand der Anspannung geraten.

Dass dieser Druck sich negativ auf kreative Prozesse auswirkt, da er Raum für Experimente und innovative Ideen einschränkt, ist klar. Kreativität gedeiht nach meiner Meinung am besten in einem Umfeld, das Freiheit, Spielraum und Entspannung bietet.
An der Lösung, bewusst Strategien zu entwickeln, um den Druck zu managen und Raum für kreative Entfaltung zu schaffen, arbeite ich täglich.

 

 

Die Kunst der Balance: Liebe zur Unabhängigkeit, kreative Entfaltung und Selbstfürsorge

Die gelebte und geliebte Freiheit in meiner Selbstständigkeit ist nicht nur eine Einbahnstraße. Sie hat ihre Höhen und Tiefen, aber es ist die Fähigkeit, diese zu navigieren und die Balance zu finden, die den wahren Zauber der Selbstständigkeit ausmacht.

Jeden Tag empfinde ich als eine Gelegenheit, meine Unabhängigkeit zu zelebrieren, gleichzeitig meine Kreativität zu entfalten und für meine Gesundheit zu sorgen – ein stetiger Tanz zwischen Freiheit, Verantwortung und Selbstfürsorge, der mein Leben in der Selbstständigkeit so lohnend macht.

 


Dieser Artikel ist auch Bestandteil meiner Fun Facts, schau gerne mal rein.