Ein leerer Bildschirm ist ehrlicher als jedes Feedback. Blackout! Mir fällt einfach nichts ein und der Bildschirm durchschaut mich. Soll ich vielleicht doch die KI bemühen …?
Ich starre auf den Cursor, suche nach einem Satz, der trifft, und zwar nicht nur grammatikalisch und vom Sinn her, sondern auch im Bauch. Ich suche nach einem Satz, der berührt oder zumindest zum Weiterlesen anregt.
Genau da beginnt Texten: nicht beim Tippen, sondern beim Gefühl. Genau wie Bloggen übrigens. Denn auch dort schreibe ich mit meinem Herzblut und hoffe, dass es auf meine Leser überschwappt, dass ich ein Gefühl in ihnen wecke.
Klar, genau in diesem Moment des leeren Bildschirms – beim Blackout – kann ich die KI mit x+1 Prompts füttern, auch den Befehl „schreibe empathisch, schreibe lustig, schreibe sachlich …“ eingeben, auf Enter klicken und mich bequem zurücklehnen. Die KI wird es schon richten.
Was ich bekomme, ist schon einmal eine Rohfassung dessen, was als fertiger Text nachher veröffentlicht werden KÖNNTE. Zumindest wenn ich den Prompt so gesetzt habe, dass das Ergebnis die grobe Richtung angibt. Wenn nicht, beginne ich von Neuem oder iteriere, bis die KI ein Ergebnis auswirft, das ich überarbeiten möchte.
Das kann KI
In diesem Fall finde ich den Einsatz von KI sinnvoll und – je nachdem, wie fit ich im Prompten und Iterieren bin – zeitsparend.
Was jedoch immer bei mir bleibt, ist die Überarbeitung des Textes. Die Anreicherung des Textes mit dem Mehrwert, den ich ihm geben will. Denn ich schreibe, weil ich Menschen Mehrwert liefern möchte.
Weil ich beeinflussen möchte, warum jemand auf „Jetzt kaufen“ klickt.
Weil ich beeinflussen möchte, dass meine Wortwahl Vertrauen schafft, für ein Produkt, das ich beschreibe oder bewerbe.
Und weil ich verhindern möchte, dass ganz bestimmte Redewendungen und Stilmittel verwendet werden, die sofort Misstrauen im Leser erwecken.
Weil der Leser dann weiß, dass es sich um einen KI-generierten Text handelt. Beispiele: die inflationäre Verwendung der Gedankenstriche, der &-Zeichen und der Trikola. [Trikola? Ein Beispiel: „Schnell. Einfach. Zuverlässig.“]
Und das kann sie eben nicht
Ich bin überzeugt: KI kann Texte schreiben, oft sogar beeindruckend gut.
Aber sie versteht nicht, warum ein Satz funktioniert. Sie kennt keine Nervosität, keine Unzufriedenheit, wenn ein „Claim“ so völlig daneben liegt, keine Wirkung zeigt.
Und sie kennt keinen Stolz, wenn man einen Ausdruck oder einen Satz oder einen Text geschaffen hat, der nicht nur einen selbst, sondern auch den Leser anpackt.
KI kombiniert Daten. Und wenn die Daten nicht stimmen, dann kombiniert KI eben neu. Ganz einfach und emotionslos. Aber immer höflich.

Echtes Texten aber lebt vom Unvorhersehbaren
Vom Zufall, vom Menschlichen, von den kleinen Brüchen, die einen Text echt wirken lassen.
Von dem, was man ausdrücken möchte, jedoch nicht immer ausdrücken kann, weil Worte auch nicht alles hergeben.
Von der Leidenschaft, mit Sprache zu spielen, sie zu formen, zu riskieren, dass etwas falsch herüberkommt und dadurch sogar etwas Neues entsteht, ein neuer Sinn oder vielleicht sogar eine neue Überzeugung.
(Hast du es gemerkt? Trikola! Ganz ohne KI.)
Das alles ist kein Prozess, den man berechnen kann. Es ist Empathie, Neugier, Intuition vermischt mit Sprachgefühl und ganz viel Begeisterung für das geschriebene Wort.
Die KI kann unterstützen, Vorschläge machen, Fehler finden, Varianten liefern.
Aber sie hat nicht mein Feuer und sie weiß selbst bei den besten Prompts nicht, was ich genau sagen will.
Und das liegt nicht an den Prompts, sondern daran, dass der KI das Menschliche fehlt.
Leidenschaft lässt sich (noch) nicht programmieren.
Gute Texte bewegen Menschen und nur Menschen schreiben bewegende Texte.
Stimmst du mir bis hierher zu?
Denn jetzt kommt der Fun Fact: ChatGPT war an diesem Text natürlich nicht unbeteiligt. Ich habe ihm zunächst meine gewünschte Überschrift gegeben und ihn gebeten, seine Meinung dazu zu sagen. Ganz profan, ohne Prompt. Seine Antwort war wie immer Honig ums Maul schmierend 😋, aber gut für einen Überblick. Und natürlich eine Bekräftigung für mich, dass das Thema be-schreibens-wert ist
Das ebenfalls von ChatGPT erbetene Grundgerüst für einen daraus zu erstellenden Blogartikel habe ich dann komplett in meinem Stil und mit meinen Worten umgebaut. Kein Satz blieb gleich, keine Überschrift wurde übernommen. Auch keine Trikola. Warum? Weil der Text so gar nicht nach mir klang.
Aber warum habe ich ChatGPT für diesen Blogtext genutzt?
Weil ich überzeugt bin, dass nahezu niemand von uns in zwei Jahren noch den Job macht, den er jetzt hat. KI wird sich unaufhörlich und unaufhaltsam ihren Weg bahnen. Die meisten Jobs werden sich grundlegend ändern oder wegfallen.
Und ich? Ich möchte vorbereitet sein. Möchte heute schon überlegen, wie ich morgen zwar nicht mehr meinen Beruf in gleicher Weise ausüben kann, meine Liebe zum geschriebenen Wort, die Leidenschaft Texten jedoch nicht verliere, sondern weiter damit Geld verdiene. Wie ich die KI so in mein Schreiben integriere, dass sie mich unterstützt und nicht ersetzt.
Gerade jetzt nehme ich deswegen an einem Kurs von und mit Veit Lindau teil. Durch Zufall bin ich über Instagram darüber gestolpert und was soll ich sagen: Er holt mich genau dort ab, wo ich gerade stehe. Er bekräftigt mich, KI in mein Leben zu integrieren, sodass ich davon profitieren kann. Noch stehe ich am Anfang, aber der ist immerhin gemacht.
Vor dreißig Jahren konnte sich niemand vorstellen, dass jeder mindestens einen Computer für die private Nutzung daheim hat. Mittlerweile kleben sie uns ja sogar viele Stunden am Tag in Form von Handys vor und am Gesicht.
Wir können die Entwicklung nicht anhalten, aber wir können sie zu einem unterstützenden Teil unseres Lebens werden lassen.
Und du? Bist du pro oder contra KI? Wie nutzt du sie für dich und dein Business? Wie setzt du sie bewusst im Privatleben ein?
Wer schreibt hier? Nicht die KI jedenfalls

Ich bin Ulrike, Wahlwienerin mit deutschem Migrationsvordergrund mitten in meinem schönsten Lebensabschnitt. Als Bloggerin, Medizin-Redakteurin, Texterin, Copywriterin, Korrekturleserin, Community-Managerin liebe ich das selbst geschriebene Wort. Und als Hobby-Fotografin reise ich gerne, bin aber genauso gerne auch daheim, wo ich es mir immer recht gemütlich mache und mein Leben genieße.
Deine geistigen Ergüsse sind ja wieder geflossen wie die Donau flussabwärts bei Hochwasser. Diesen Satz habe ich jetzt ganz ohne KI geschrieben. Es war wieder sehr spannend zu lesen. Danke für deine tollen Texte. Bussal Jutty
Was für ein gewaltiger Vergleich :-), wir kennen ja die Kraft der Donau! Ich freu mich, wenn ich Freude bereite! Der nächste Artikel ist schon online, dieses Mal geht es um Adventskalender. It’s the most wonderful time of the year …