Dieses Leben ist eines der schwersten.
Immer wieder wabert in diesem Monat dieser Spruch durch meinen Kopf, gewürzt mit der für mich typischen Prise Galgenhumor. Der ungefähre Ursprung liegt im Film Wilbur Wants to Kill Himself (den ich nie gesehen habe). Mit Wilbur selbst habe ich GsD wenig gemeinsam.
Aber die Zeile stiftet Sinn und passt zu vielen Lebenssituationen. (Die Zeile Dieses Leben ist eins der schönsten übrigens auch.)

Warum der Spruch? Die großen Drei!

Seit mittlerweile über drei Jahren „arbeite“ ich an meiner Scheidung. Nicht an der mentalen Verarbeitung, die angesichts der vielen fast surreal anmutenden Situationen, die sich in den vergangenen Jahren zugetragen haben, vermutlich nie vollendet sein wird.
Nein, es ist die monetäre Seite. In schöner Regelmäßigkeit ploppen Steuernachzahlungen, Gebührenbescheide wegen Nichterreichbarkeit (nicht ich!) und andere finanzielle Herausforderungen auf.

Dazu kommt die üble Nachricht, dass mein liebgewonnener Job im Bereich Copywriting nicht mehr ganz so sicher ist, wie ich es mir erhofft hatte. Fällt er einer höheren Macht zum Opfer? Es sind Umstrukturierungen geplant und die haben auf den ersten (und zweiten) Blick einen Beigeschmack von „KI ist schneller und effizienter“. Als einziger Freelancer kommt man auf Gedanken …
In Zeiten, in denen sich die Nachrichten über die zweifelhafte Zuverlässigkeit in KI und ein Platzen der KI-Blase in den Medien häufen und es mittlerweile Studien über die Richtigkeit der erhaltenen Antworten gibt, ist das verstörend und geht in die falsche Richtung.

Sollte KI nicht unterstützen und Arbeit abnehmen, statt auf die falsche Fährte zu locken?

Und um das Trio vollständig zu machen, läuft auch mein Korrektorat-Vertrag mit Mitte Jänner aus. Warum? Die Antwort der Verlagsleiterin macht wenig Hoffnung: Der Buchmarkt sei zunehmend flauer und man wisse derzeit nicht, ob sich eine Investition in weitere Bücher und Serien überhaupt noch lohne.
Nachvollziehbar, denn auch ich gehöre zu denjenigen, die alle Bücher zwei- bis dreimal lesen und Romane nur aufs E-Book laden, allerdings auch platzbedingt. Lediglich Fachbücher kaufe ich noch in Papierform, weil ich gerne darin herumkritzele.

Bei so vielen finanziellen ‚Bitte-nicht-das-auch-noch!s‘ hängen zunehmend Damoklesschwerter wie Altersarmut in und über meinem Kopf. Die Inflation nagt zusätzlich an deren dünnen Seilen.

Doch Schluss mit Hiobsbotschaften.

Was hat das alles mit der Überschrift zu tun?

Ich habe das große Glück, eine Coachin/Therapeutin zu kennen, die sich meiner in den vergangenen Jahren immer wieder angenommen hat. Ursprünglich gedacht, meine Migräne in den Griff zu bekommen, hatten wir diese Woche zum zweiten Mal eine Sitzung, in der sie eine Kombination aus Wingwave, Klopftechnik und intensivem Gespräch als Therapieansatz angewendet hat.

Die Klopftechnik kenne ich schon länger, sie stimuliert Akupressurpunkte, bringt Meridiane in den Flow und mit ihrer Hilfe gelingt es, mentale Blockaden und negative Glaubenssätze zu entstressen, zu lindern. Und beim Anwenden der Klopftechnik manifestiert man einen neuen, positiven Glaubenssatz, dessen Kern der Ausdruck „… liebe und akzeptiere ich mich so, wie ich bin …“ ist.

Wingwave mag der geneigte Leser selbst googeln, weil ich den Mechanismus nicht korrekt erklären kann.

Beides – zusammen mit den Gesprächsansätzen, die viele Denkanstöße über die „Knackpunkte“ in meinem Innern geben – hat mir jedenfalls geholfen: Der „Schraubstock“ in meiner Brust, der meine Gedanken so sehr auf mögliche finanzielle Einschränkungen in der Zukunft (s. o. „Altersarmut“) fixiert und meine Angst umklammert hält, beginnt, sich zu lösen. Im Zwiegespräch bitte ich ihn – den Schraubstock – um Vertrauen und um Loslassen. Vertrauen und Loslassen, weil ich ihm versichere, dass ich mich kümmere: um meine finanzielle Situation und um meine Zukunft.

Klingt weird, klingt eso? Nein, ist es gar nicht. Ich spüre, dass die Techniken Impulse setzen, in der Lage sind, die viel zitierten Blockaden zu lösen, Denkprozesse in Gang zu setzen, wenn man im Tunnel ist, den Blick weiterzumachen. Um meine Freundin Doris zu zitieren: das Scheunentor zu öffnen.

Vielleicht ist dieses Leben eines der schwersten. Aber es ist auch das, dessen nächste Etappe ich weiterhin mit Humor und Vertrauen angehe.
Danke, Christine!

Noch dazu …

… hatte ich kürzlich ein augenöffnendes Erlebnis und sehe die vermeintliche „Bedrohung KI“ nun mit anderen Augen. Warum sie mir nicht zunutze machen und meinen Beruf mit ihr anreichern? Warum nicht MIT der KI arbeiten, sie nutzen und meinen Beruf, genauer gesagt meine Berufung drumherum aufbauen? KI als starkes Fundament (aus)nutzen.

Das ist der Plan. Daran arbeite ich, habe mir sogar ein Extra-Coaching zu dem Thema gekauft. Und mehr dazu liest du in meinem nächsten Blogbeitrag, der schon auf Veröffentlichung wartet.

Wer schreibt hier?

Ulrike

Ich bin Ulrike, Wahlwienerin mit deutschem Migrationsvordergrund mitten in meinem schönsten Lebensabschnitt. Als Bloggerin, Medizin-Redakteurin, Texterin, Copywriterin, Korrekturleserin, Community-Managerin und Hobby-Fotografin reise ich gerne, bin aber genauso gerne auch daheim, wo ich es mir immer recht gemütlich mache und mein Leben genieße.