Muss ein Monatsrückblick aus viel Text bestehen? Ich beschließe großzügig: nein!
Muss man einen Monatsrückblick gleich zum Anfang des nächsten Monats veröffentlichen? Ebenfalls nein.
Deshalb hier viele Bilder und weniger Text und das Ganze gewürzt mit reichlich Verspätung: mein MoRüBli Oktober.

Hundesitting

Anfang des Monats durfte ich endlich einmal für mehrere Stunden Hundesitten. Oskar, ein Tibet-Terrier, war mein „Opfer“. Wir kamen gut klar und gingen auf Wanderschaft Richtung Himmelteich. So brav war er, harrte sogar für ein Beweisfoto aus!

Oskar, Tibet-Terrier unterwegs auf Feldweg
Oscar, der Tibet-Terrier

Verwandtschafts-Besuch

Mit etwas Wehmut blicke ich auf eine schöne Zeit im Oktober zurück: Meine Cousine aus Münster besuchte mit ihrem Mann wie alle zwei Jahre Wien und wir verbrachten dieses Mal viele schöne Stunden gemeinsam. Beim Flohmarkt auf der Dachterrasse beim IKEA Westbahnhof kauften wir ebenso wenig etwas wie bei dem auf der Simmeringer Hauptstraße.

Blick auf Wien von der IKEA-Dachterrasse, s/w-Bild Skyline als Schattenriss
von der IKEA-Terrasse am Westbahnhof herunter

Dafür labten wir uns im Jugendstil-Restaurant Concordia Schlössl an Gebackenem Edamer und besuchten die Toten und die Lebenden auf dem Zentralfriedhof – dieses Mal gleich mit sechsfacher Rehsichtung.
Eine Grabinschrift fand ich besonders berührend:

berührende Grabinschrift jüdischer Fridhof Zentralfiredhof Wien
grenzenlose Trauer

Im Freiraum (Seit meinem Besuch bin ich FAN!) auf der Mariahilfer Straße verloren wir uns in intensiven Gespräche bei Apfelstrudel und Melange und bestaunten die Menschenrechte-Tafel auf dem Platz der Menschenrechte. Bei mir daheim genossen wir Pflaumenstreusel mit Kaffee und einen Rundgang über Himmelteich, Gedenkwald und das neue ÖFB-Zentrum mit Seestadt-Blick.

Tafel der Menschenrechte in Wien
Menschenrechte auf dem Tisch


Es tat so gut, mal wieder mit jemandem aus der alten Heimat zu reden. Und mit jemandem, dem in Wien Dinge auffallen, die ich mittlerweile übersehe. Gib es sie, die Wien-Blindheit?

Ein neuer Terrassentisch musste her!

Schon länger war ich unglücklich mit meinem Terrassentisch, der sich so gar nicht auf meiner Terrasse einfügen wollte. Auf Willhaben hatte ich ein unglaubliches Glück mit dem Fund eines Vintage-Nähmaschinentisches aus Eisen von Phönix. Bei der Mizzi bestellte ich kurzerhand Farbe für draußen, kaufte eine neue Holzplatte, weil die alte dann doch zu Vintage war, und dann gab es kein Halten mehr. Lackiert, zusammengeschraubt, aufgestellt …
Das Ergebnis: ein Terrassentisch mit meinem ganz persönlichen Stempel und einfach mal ganz anders als 08/15. Die Eisenbank daneben bekam ebenfalls eine Holzplatte in derselben Farbe.
Schnell noch herbstliche Deko vom Spaziergang in der Lobau dazu, et voilà:

Nähmaschinen-Vintage-Terrassentisch
Endlich mal wieder ein DIY

Impressionen vom Karlsplatz

Am Karlsplatz gibt es IMMER etwas zu fotografieren. Am besten ist, man setzt sich hin und beobachtet, dann finden sich die Motive ganz von selbst: besondere Bildausschnitte, abstrakt-startende Tauben, witzige Spiegelungen oder schwarz-weiße Fußgänger.

Blick durch eine Plastik vor der Karlskirche auf die Spiegelung zweier junger Frauen und eines Radfahrer
Fensterln
Verwischte Tauben beim Starten
… wenn die Fotografin die startenden Tauben zu spät sieht …
von oben herab
Spiegelung
Mitzieher einer weißen Kutsche vor der Hofburg
‚Mitzieher‘ vor der Hofburg (nicht wirklich am Karlsplatz)

Verunglückte Fototour auf der Reichsbrücke

Manchmal hat man ein Bild im Kopf, stellt es sich ganz genau vor und muss dann feststellen, dass es in der Kamera einfach nach nix aussieht. Das ging uns so, als wir an einem recht frischen Samstagabend spontan auf die Reichsbrücke kletterten und es uns auf dem Mittelstreifen bequem machten. Die vorbeifahrenden Autofahrer dachten sicher an Blitzer, aber wir hatten nur Langzeitbelichtungen im Kopf.

Blick auf die Donaucity von der Reichsbrücke aus, gegen Abend
Hat auch Hauptrollen in vielen Krimis: die Donaucity

Lange Rede, kurzer Sinn: Die Bilder waren bäh!, einzig die Handyfotos haben wir nicht gelöscht.

Aufbau Kameras auf der Reichsbrücke
Foto-Failure at its best

Die Kraniche am Neusiedlersee

Gegen Ende des Monats entschlossen wir uns sehr spontan zu einem Kurztrip mit Übernachtung am Neusiedlersee in Illmitz. Grund waren die bereits mehrfach gesichteten Kraniche (die App Ornitho hilft hier sehr), die jedes Jahr um diese Zeit Rast im Seewinkel machen. Wir hatten riesiges Glück, sicherlich 10.000 Kraniche kamen in langen Ketten von Ungarn herüber geflogen und ließen sich bei schönstem Sonnenuntergang unter lautstarkem Geschrei nieder. Mit demselben Krach stiegen sie bei phänomenalem Sonnenaufgang am Sonntag wieder auf.
Allein schon wegen des akustischen Spektakels hat sich der Trip gelohnt und wir hatten zudem unglaubliches Glück mit dem Wetter.

Kraniche im Abendrot
am Abend

Morgens machten wir noch einen Abstecher rüber nach Ungarn (meine zeitweilige alte Heimat) und genossen auch dort die wunderbare Sicht ins Land, viele Vögel und die seltenen Zackelschafe.

Zackenschaf auf einem Heuballen, darunter mehr Zackenschafe

Leider kamen wir an die Kraniche nirgends so nahe dran, dass ich mein Traumfoto hätte machen können. Aber auch so waren es wundervolle Momente, die mich an meine Kindheit erinnert haben, als wir mit meinem Vater im Winter immer die Kanadagänse am Niederrhein besucht haben, die dort überwinterten.

Kraniche am Morgen
Kraniche auf der Flucht (ich fürchte vor uns)

Halloween

Den 31. beging unsere Hausgemeinschaft mit einem zünftigen Punschtrinken auf unserem hauseigenen Spielplatz. Es gab Zwiebelkuchen, Sägespänkuchen und Muffins, Süßes und Saures. Besonders nett: Einige Nachbarn aus der Siedlung kamen vorbei, leisteten uns Gesellschaft und wir kamen in nette Gespräche.

Auch ein zünftiges Hexenfeuer durfte nicht fehlen.

Hexenfeuer

Aus meiner Blogwerkstatt

MoRüBli September 2025

12 von 12 Oktober 2025

Und im November?

Normalerweise steht hier ein kleiner Ausblick auf den nächsten Monat. Da ich meinen MoRüBli aber erst am 9. November veröffentliche, weiß ich schon über fast ein Drittel des Monats Bescheid. Sachen, die ich vielleicht gar nicht so gerne erfahren hätte. 🙁

Und was der November sonst noch bringt: Lassen wir uns überraschen.

Wer schreibt hier?

Ich bin Ulrike, Wahlwienerin mit deutschem Migrationsvordergrund mitten in meinem schönsten Lebensabschnitt. Als Bloggerin, Medizin-Redakteurin, Texterin, Copywriterin, Korrekturleserin, Community-Managerin und Hobby-Fotografin reise ich gerne, bin aber genauso gerne auch daheim, wo ich es mir immer recht gemütlich mache und mein Leben genieße.